Parkhaus am Bahnhof

    Am 09. April 2022 wurde das Parkhaus am Bahnhof nach acht Jahren Planungs- und fünf Jahren Bauzeit feierlich eröffnet.

    Scherr+Klimke war als Generalplaner für dieses zukunftsweisende Projekt verantwortlich. Die Tiefgarage wurde im Auftrag der Stadt Ulm und der Ulmer Parkbetriebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit hochstrasser.gesellschaft für architektur und Conplaning geplant und realisiert.

    Auf vier Parkdecks wurden 547 Stellplätze geschaffen, darunter bislang 32 Parkplätze mit Ladestationen für E-Autos, ausbaufähig auf bis zu 150 Stationen. Es wurde möglichst stützenlos gebaut, um dem Besucher mehr Sicherheit zu geben, großflächige Öffnungen aus feuerfestem Glas ermöglichen den Blick in das Haupttreppenhaus und schaffen so Sichtverbindung. In der hochmodernen Tiefgarage wurde großer Wert auf Reduzierung der Elemente und Farben gelegt, so wurde die Stromversorgung für die E-Ladepunkte beispielsweise in den Leuchtbändern integriert. Diese sich an den Seiten der Parkebenen befindlichen Leuchtbänder wollen den Besuchern durch typische Ulmer Themen ein Gefühl von Ulm vermitteln – Ulmer Feste, Ulmer Technik, Wissenschaft und Forschung, Ulmer Kultur und die Stadt Ulm wurden auf den verschiedenen Ebenen von Braun Engels Gestaltung dargestellt. Für die Ein- und Ausfahrspindeln hat das Berliner Künstlerduo Anklam Henninger die kinetische Lichtinstallation „Weißer Zirkel" entworfen. Die Bewegung des ab- und aufwärtsführenden Ein- und Auftauchens der Fahrzeuge haben sie in spiralförmig angeordnete Lichtringe übersetzt, die in scheinbar schwereloser Balance fließend langsam entgegen der Fahrtrichtung rotieren.
    Die Tiefgarage verfügt auf jeder Ebene über fünf virtuelle Rauchabschnitte. Sollte auf einer dieser Quadranten Rauch entstehen, springen die für diesen Bereich zuständigen Abluftventilatoren an, saugen den entstehenden Rauch ab und lassen diesen durch die Abluftschächte nach oben entweichen. Sie befinden sich normalerweise im Standby Modus können aber auch im Kohlenmonoxid Fall genutzt werden.
    Eine besondere Herausforderung stellte bei diesem Großprojekt die aufwendige Baulogistikplanung dar, denn alle Verkehrsträger wie der Autoverkehr, der Öffentliche Nahverkehr und der Fuß -und Radverkehr mussten und konnten während der gesamten Bauzeit aufrecht erhalten bleiben. Die Straßenbahn musste dabei in einem Zeitraum von fast zwei Jahren über eine provisorischen Gleistrasse auf dem Deckel über der Baugrube geführt werden (Deckelbauweise), und konnte erst im Sommer 2021 in das endgültige Gleisbett, zwischen die Ein- und Ausfahrten der Parkgarage gelegt werden. Der Kreisverkehr in U1 ist zwar bereits fertiggestellt, die Einfahrt ins Parkhaus ist jedoch bis August 2022 nur von Süden kommend (Ehinger Tor/Neue Straße) möglich. Die Ausfahrt erfolgt während dieser Zeit nur nach Norden in Richtung Olgastraße. Die beiden westlichen Rampenbauwerke (Ausfahrt nach Süden und Einfahrt von Norden) können erst genutzt werden, wenn die Friedrich-Ebert-Straße fertiggestellt und die Fahrtrichtung Süd (Richtung Ehinger Tor/Neue Straße) freigegeben worden ist.


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    AUFTRAGGEBER
    Ulmer Parkbetriebs-Gesellschaft mbH

    SERVICES
    Generalplanung

    BRANCHE
    Öffentlicher Sektor

    GEBÄUDETYP
    Parkbauten

    PROJEKTDAUER
    85 Monate